Magersucht (Anorexia nervosa)

Wenn die Waage zum Stimmungsbarometer wird...

Die Magersucht ist wohl die bekannteste Form unter den Essstörungen, vermutlich weil sie die nach außen hin auffälligste ist. So ist ihr bedeutsamstes Merkmal das deutliche Untergewicht, das die Betroffenen bewusst herbeigeführt haben – in erster Linie durch Hungern sowie strenge Nahrungskontrolle, in manchen Fällen auch unterstützt durch Appetitzügler, abführende Mittel oder übertriebene sportliche Aktivitäten.

Ihren Anfang nimmt eine Magersucht häufig mit einer ganz gewöhnlichen Diät, die jedoch nicht mehr beendet wird. Das heißt, es wird immer weiter gehungert, auch wenn das anfänglich gesetzte Wunschgewicht längst erreicht ist. Denn Magersüchtige haben eine unvorstellbare Angst, zu dick zu sein – selbst dann noch, wenn der Spiegel bereits einen abgemagerten Körper zeigt.

Diese extreme Besorgnis um das eigene Körpergewicht führt schließlich dazu, dass die Gewichtskontrolle zum wichtigsten Lebensinhalt wird und sich der ganze Tagesablauf, das gesamte Denken nur noch ums Essen und Nichtessen dreht. Den Hunger unter Kontrolle zu haben, erfüllt viele Magersüchtige mit Stolz. Sie fühlen sich stark und anderen Menschen überlegen, da sie im Gegensatz zu ihnen den Bedürfnissen ihres Körpers nicht unterlegen sind.

Nicht zuletzt aus diesen Gründen fehlt bei Magersüchtigen oft zunächst lange Zeit eine Krankheitseinsicht, denn vielen Betroffenen gibt die Magersucht Sicherheit und Halt. Zudem sehen sie ihr niedriges Körpergewicht nicht als Bedrohung an. Schließlich ist äußerst wenig zu wiegen, dasjenige Ziel, welches sie ehrgeizig verfolgen.

Folgen einer Magersucht

Die Gefahren einer Magersucht liegen vor allem in den weitreichenden Auswirkungen auf den Körper: So sind in Folge des Gewichtsverlustes und der Mangelernährung Kreislaufstörungen mit niedrigem Blutdruck, Funktionsstörungen des Magens wie Verdauungsprobleme und eine niedrige Körpertemperatur häufige Begleiterscheinungen. Des Weiteren kann es bei starkem Untergewicht zu hormonellen Veränderungen kommen, die sich in Menstruationsstörungen (Ausbleiben der Regelblutung), Knochenstoffwechselstörungen (Osteoporose) sowie trockener Haut und Haarausfall äußern können.

Doch nicht nur körperlich, auch seelisch hinterlässt eine Magersucht Spuren. Seelische Folgen sind z. B. depressive Verstimmungen, der zwanghafte Vergleich mit anderen Menschen sowie ein starkes Kontrollbedürfnis. Zudem kommt es in vielen Fällen zum Verlust von sozialen Kontakten, da sich die Betroffenen mit der Zeit mehr und mehr von ihren Freunden zurückziehen.

Letzte Änderung: 22.03.2010 11:15
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